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Rhätische Bahn auf einem Viadukt

Albulabahn – Über spektakuläre Viadukte und durch düstere Tunnel

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  • Beitrag zuletzt geändert am:22. April 2024

Die Albulabahn ist eine sehr berühmte Bahnstrecke der Rhätischen Bahn durch die atemberaubende Bergwelt der Schweiz. Die Fahrt von Chur nach St. Moritz mit der Albulabahn ist nicht nur eine einfache Zugreise, sondern ein wahrhaftiges Abenteuer durch eine der schönsten Regionen der Schweiz. Eine perfekte Kombination aus beeindruckender Landschaft und architektonischer Pracht. Eine Zugfahrt der Superlative.
Von Thusis bis St. Moritz gehört die Strecke zum UNESCO Weltkulturerbe. Es geht über unzählige Brücken und faszinierende Viadukte. Durch düstere Tunnel und viele Kehren wird ein enormer Höhenunterschied überwunden.

Sehenswürdigkeiten der Albulabahn

In meinem Beitrag zeige ich dir die einzelnen Sehenswürdigkeiten der Albulabahn. Auf der Strecke von Chur nach St. Moritz jagt eine Sehenswürdigkeit die nächste. Die berühmteste Sehenswürdigkeit ist das Landwasserviadukt.

Abfahrt in Chur

Wir starten am frühen Morgen mit dem ersten Zug von Chur. Die Sonne blinzelt schon über die Berge und es soll ein schöner Tag voller Sonnenschein werden. Einige Pendler nutzen den Zug. Sonst nur wenige Touristen. Es ist ein planmäßiger Zug der Rhätischen Bahn.

Zug der Rhätischen Bahn für die Albulastrecke von Chur nach St. Moritz
Zug der Rhätischen Bahn für die Albulastrecke von Chur nach St. Moritz

Tipp zu Chur

Als die älteste Stadt der Schweiz ist Chur selbst eine Sehenswürdigkeit. Die charmante Altstadt mit ihren engen Gassen, historischen Gebäuden und der imposanten Kathedrale St. Maria Himmelfahrt ist einen Besuch wert.

Zusammenfluss Hinter- und Vorderrhein

Bei der Station Reichenau-Tamins blicken wir auf den Zusammenfluss von Hinter- und Vorderrhein. Eine erste Sehenswürdigkeit der Albulabahn. Reichenau liegt direkt am Zusammenfluss und der Geburtsort des Alpenrheins. Der Ort hatte schon früher eine große Bedeutung: Im 14. Jahrhundert, als der Fernverkehr über die Bündner Alpenpässe zunahm, wurden zwei Brücken und ein Zollhaus erbaut. Reichenau galt als Verkehrsknotenpunkt, hier trennen sich die Wege der Nord-Süd Achse.

Zusammenfluss von Hinter- und Vorderrhein bei Reichenau in der Schweiz
Zusammenfluss von Hinter- und Vorderrhein bei Reichenau in der Schweiz

Danach passiert der Zug ein leuchtendes Rapsfeld auf dem Weg Richtung Thusis.

Rapsfeld bei der Albulabahn bei Reichenau in der Schweiz
Rapsfeld bei der Albulabahn bei Reichenau in der Schweiz

Diesen Teil der Strecke kennen wir mit dem Auto. Auf unsere Reisen zum Luganer See, Comer See und Lago Maggiore fahren wir hier entlang.

Hinterrhein bei Rhäzüns in der Schweiz
Hinterrhein bei Rhäzüns in der Schweiz

Thusis

Ab Thusis beginnt der landschaftlich interessante Teil der Strecke nach St. Moritz. Die Strecke folgt dem Fluss Albula durch das Tal. Der Fluss Albula ist der größte Nebenfluss des Hinterrheins. Wir entdecken eine Kirche in einer herrlichen Landschaft.

Landschaft mit Kirche bei Thusis
Landschaft mit Kirche bei Thusis

Anschließend fährt die Bahn über das Soliser Viadukt. Die Strecke sind wir auch schon mit dem Auto gefahren und haben hier einen Stopp gemacht.

Soliser Viadukt auf der Albulabahn von Chur nach St. Moritz
Soliser Viadukt auf der Albulabahn von Chur nach St. Moritz

Albula und Tiefencastel

Der nächste Stopp ist in Tiefencastel. Hier verzweigt sich das Tal. Die Bahnstrecke folgt weiter dem Albula. Mit dem Auto gibt es die Möglichkeit in das andere Tal zum Julierpass und weiter nach St. Moritz.

Blick auf Tiefencastel vom Zug der Rhätischen Bahn
Blick auf Tiefencastel vom Zug der Rhätischen Bahn

Landwasserviadukt

Die Strecke führt nach Filisur. Von Alvaneu geht es zuerst über den Schmittener-Tobel-Viadukt. Anschließend wartet schon der Höhepunkt der Albulabahn: das Landwasserviadukt. Das Landwasserviadukt aus dunklem Kalkstein ragt 65 Meter in die Höhe. Das Viadukt ist 136 Meter lang und besteht aus drei zentralen Pfeilern. Es ist der beliebteste Fotospot in Graubünden. Wir müssen schnell abdrücken für die Bilder auf dem Landwasserviadukt. Der Zug verschwindet sofort im Landwassertunnel.

Albulabahn auf dem Landwasserviadukt
Albulabahn auf dem Landwasserviadukt

Wir lassen den Auslöser an der Kamera nicht mehr los. Wir wollen möglichst viele Bilder in der kurzen Zeit. Aussortieren können wir dann später. Im unteren Bild ist der Shuttle zur Brücke zu sehen.

Tipp zum Landwasserviadukt

Statt nur die kurze Überfahrt über das Viadukt zu genießen, kannst du auch in Filisur aussteigen. Dort gibt es einige Fotospots mit Blick auf das Landwasserviadut.

Filisur – Albulabahn Chur – St. Moritz

Man kann in Filisur aussteigen und von dort zum Landwasserviadukt. Man kann zu Fuß gehen oder mit einer kleinen Bahn. Es steigen hier auch einige Fahrgäste aus. Der Vorteil ist, dass du dann in Ruhe Bilder von der Landwasserbrücke aufnehmen kannst. Du siehst dann die Züge auf der Landwasserbrücke.

Bahnhof Filisur auf der Albulabahn von Chur nach St. Moritz
Bahnhof Filisur auf der Albulabahn von Chur nach St. Moritz

Ab Filisur steigert sich das Erlebnis auf der Albulabahn nochmals. Die ersten Kehren kommen. Die Rhätische Bahn gewinnt an Höhe.

Wenige Minuten nach der Abfahrt blicken wie auf den Ort Filisur herunter.

Blick zurück auf Filisur - Fahrt mit der Rhätischen Bahn
Blick zurück auf Filisur – Fahrt mit der Rhätischen Bahn

Bergün – Bahnmuseum Albula

Beim Stopp in Bergün blicken wir auf das Bahnmuseum Albula. Ein absolutes Muss für Eisenbahn-Enthusiasten. Bergün ist ein charmantes Bergdorf, das bekannt ist für seine gut erhaltenen Engadiner Häuser.

Bahnmuseum Albula am Bahnhof Bergün
Bahnmuseum Albula am Bahnhof Bergün

Kehren und Tunnels zum Albulatunnel

Ab Bergün steigt die Strecke kontinuierlich. Das Tal wird enger. Es folgend unzählige Tunnel und Kehren. Immer wieder blicken wir fasziniert auf die Strecke zurück, welche wir wenige Minuten zuvor passiert haben. Fasziniert sind wir von der Überwindung der Höhe bis zum Albulatunnel. Bergün liegt auf 1372 Meter über dem Meer. Preda auf 1789 Meter- Ein Höhenunterschied von 417 Metern. Damit der Höhenunterschied in dem engen Tal überwunden werden kann, mussten Schleifen gebaut werden. Im Talkessel oberhalb von Bergün befinden sich zwei Schleifen und nochmals vor Preda.

Kehren der Albulabahn
Kehren der Albulabahn

Doch nicht nur die Viadukte sind beeindruckend. Die Albulabahn durchquert auch zahlreiche Tunnel, die sich durch die Berge schlängeln und die Fahrt in Dunkelheit tauchen. In diesen Augenblicken fühlt es sich an, als ob man auf einer Reise in die Vergangenheit ist, als die ersten Züge diese Strecke in Angriff nahmen.

Während wir uns durch die Tunnel bewegen, ist es fast unheimlich still, nur das Rattern der Räder ist zu hören. Dann, plötzlich, tauchen wir aus der Dunkelheit auf und werden von der blendenden Bergsonne empfangen. Die Kontraste sind faszinierend und lassen die Reise mit der Albulabahn zu einem ständigen Wechsel zwischen Licht und Dunkelheit werden.

Zugleich fällt unser Blick auch auf die Passstraße. Diese sind wir auch schon mit dem Auto vor einigen Jahren gefahren.

Blick vom Zug auf die Albulapassstrasse
Blick vom Zug auf die Albulapassstrasse

In Preda geht es in den Albulatunnel. Dieser ist knapp über 5 Kilometer lang. Oberhalb verläuft die Wasserscheide zwischen Rhein und Inn. In Spinas erblicken wir wieder das Tageslicht. Spina ist ein Weiler in 1815 Meter Höhe.

Val Bever

Nach dem Tunnel führt die Strecke durch das Val Bever. Eine Art Hochtal am Fluss Beverin entlang. St. Moritz liegt auf 1856 Metern über dem Meer. Der Zug der Rhätischen Bahn muss keine Höhen mehr überwinden.

Fluss Beverin entlang der Albulabahn nach St. Moritz
Fluss Beverin entlang der Albulabahn nach St. Moritz

Samedan

In Bever erreichen wir das Tal Richtung St. Moritz. Hier folgt die Strecke entlang dem Inn. Wir erblicken die Berge bei Pontresina. Auf den Piz Languard bin ich vor vielen Jahren gewandert.

Inn und Berge bei Samedan
Inn und Berge bei Samedan

Celerina

In Celerina zeigt mir eine Einheimische die Zielkurve der weltberühmten Bobbahn von St. Moritz. Ohne den Hinweis hätte ich das nicht erkannt.

Zielkurve der Bobbahn in Celerina
Zielkurve der Bobbahn in Celerina

St. Moritz

Wir erreichen unser Ziel St. Moritz. St. Moritz haben wir schon früher erkundet. Wir machen lediglich einen kurzen Aufenthalt von 2 Stunden. Wir stellen fest, dass im Sommer viele Hotels renoviert werden. St. Moritz wirkt auf uns wie eine riesige Baustelle. Die Hauptsaison ist der Winter. Rund um den Bahnhof erblicken wir einige interessante Illustrationen.

Tipp zu St. Moritz

St. Moritz lädt auch zu einem Besuch ein. Im Winter mit vielen Wintersportarten. Im Sommer zum Wandern. Für Liebhaber von Bahnreisen bietet sich eine Fahrt nach Tirano ein. Beannt als Berninabahn. Diese gehört ebenso zum UNSECO Welterbe.

Wir kehren nach zwei Stunden an den Bahnhof zurück. Mit dem Zug geht es die gleiche Strecke wieder zurück. Eine Chance zuvor verpasste Motive mit der Kamera einzufangen. Zudem verändern sich einige Motive durch den Sonnenstand.
Dieses Mal fahren wir nicht bis Chur, sondern steigen zuvor in Reichenau-Tamins aus. Unsere Bahnreise mit der Rhätischen Bahn durch die Schweiz geht weiter. Wir wollen am Rhein entlang über den Oberalpass bis nach Lugano.

Fazit und Tipps zur Albulabahn

Die Fahrt mit der Albulabahn war zweifellos ein atemberaubendes Abenteuer durch die Schweizer Alpen, das mich von Anfang bis Ende faszinierte und beeindruckte. Meine persönliche Erfahrung mit dieser Bahnfahrt hat mich zu folgendem Fazit gebracht:

  • Sehr abwechslungsreiche Fahrt mit einer Fahrzeit von 2 Stunden. Die Fahrt geht wie im Flug vorbei.
  • Diese Strecke ist ein Meisterwerk der Ingenieurskunst, das sich perfekt in die natürliche Umgebung der Alpen einfügt.
  • Mir imponierte, wie der Zug innerhalb kurzer Zeit Höhenunterschiede überwindet. Durch einzigartige Viadukte und tiefschwarze Tunnels mit Kehrschleifen schlängelt sich der Zug durch das enge Tal nach oben.
  • Mein Lieblingsplatz im Zug war der Fotowagen. Durch das Öffnen der Fenster konnte ich wunderbare Bilder machen.
  • Diesen Teil der Strecke fährt sowohl der Glacier Express als auch der Bernina Express. Wir haben unterwegs den Glacier Express gesehen. Bisher wollten wir auch unbedingt einmal mit dem Glacier Express fahren. Diese Meinung hat sich geändert. Der Glacier Express hat keinen Fotowagen. Für uns ein eindeutiges Argument, der Fahrt mit der Rhätischen Bahn den Vorzug zu geben.
  • Die Strecke Chur – St. Moritz gehört als Teilstrecke zur Grand Train Tour der Schweiz.
  • Stündlich fährt ein Zug nach St. Moritz und wieder zurück.
  • Du kannst eine einzelne Fahrkarte für die Fahrt mit der Albulabahn kaufen oder den Swiss Travel Pass. Der Swiss Travel Pass bietet sich an, wenn du flexibel reisen möchtest und noch weitere Strecken fahren möchtest.

Zug und Wagen der Rhätischen Bahn

Die Wagen der Rhätischen Bahn zwischen Chur und St. Moritz sind bestens geeignet für eine bequeme Zugreise. Das Highlight für uns war natürlich der Fotowagen. Im Fotowagen der Rhätischen Bahn lassen sich die großen Fenster Absenken. Damit können wir mit den Kameras hervorragend Bilder machen. Wir haben sowohl die Hin- als auch die Rückfahrt in diesem Wagen verbracht. In unseren Augen ist der Fotowagen sogar besser als die Panoramawagen im Glacier Express. Weil sich im Panoramawagen die Fenster nicht öffnen lassen, musst du bei den Bilder mit Spiegelungen leben.

Fotowagen der Rhätischen Bahn bei der Albulabahn von Chur nach St. Moritz
Fotowagen der Rhätischen Bahn bei der Albulabahn von Chur nach St. Moritz

Die Wagen der 2. Klasse eignen sich durchaus für die Zugfahrt über die Albulastrecke. Es gibt genügend Sitzabstand. Durch die großen Fenster hast du eine gute Sicht auf die vorbeiziehende Landschaft.

Wagen der 2. Klasse der Rhätische Bahn in der Schweiz
Wagen der 2. Klasse der Rhätische Bahn in der Schweiz

Die erste Klasse ist noch großzügiger. Es ist eine 2 – 1 Bestuhlung. Damit gibt es mehr Platz im Wagen.

Wagen der 1. Klasse der Rhätische Bahn in der Schweiz
Wagen der 1. Klasse der Rhätische Bahn in der Schweiz

An jedem Platz befindet sich ein Tischchen mit dem Streckennetz der Rhätischen Bahn und den Highlights. Somit verpasst du nichts.

Streckennetz der Rhätische Bahn in der Schweiz
Streckennetz der Rhätische Bahn in der Schweiz

Informationen zur Rhätischen Bahn

Die Rhätische Bahn ist ein bedeutendes schweizerische Eisbahnunternehmen, das in Graubünden operiert. Die Rhätische Bahn besitzt 102 Haltestellen, die durch 10 Linien miteinander verbunden sind. Das Streckennetz beträgt 385 Kilometer. Sie ist die größte Alpenbahn der Schweiz.

Die wichtigsten Strecken sind:

  • Chur – Arosa
  • Chur – St. Moritz
  • St. Moritz – Tirano
  • Chur – Disentis/Muster
  • Landquart – Davos

Die Rätische Bahn fährt auf einer Meterspur (1000 mm) statt auf Normalspur (1435 mm). Die Meterspur bietet den Vorteil, sich an die topgrafischen Gegebenheiten der schweizerischen Alpen anzupassen. Hierdurch können enge Kurven und steile Anstiege bewältigt werden. Trotz der steilen Anstiege fährt die Rhätische Bahn auf den Hauptstrecken ohne Zahnradtechnologie.

Für die Fahrt mit der Rhätischen Bahn wurde mir von Schweiz Tourismus ein Swiss Travel Pass zur Verfügung gestellt.

Meine Meinung und mein Bericht wurden in keinerlei Weise beeinflusst.

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Thomas

Seit über 30 Jahren auf der Welt unterwegs. Ich liebe Individualreisen und auch den Komfort und Luxus in der Zwischenzeit. Meine bevorzugte Reiserichtung ist Asien. Hinzu kommen Reisen in Europa mit vielen Wochenendtrips. Mit dem Blog möchte ich über meine Reisen informieren und zum Reisen inspirieren.

Dieser Beitrag hat 3 Kommentare

  1. Oli

    Apropos Fotografieren: Ich weiss nicht, wann genau du in der Gegend unterwegs warst, aber in der warmen Jahreszeit setzt die Rhätische Bahn bei manchen Zügen auch offene Aussichtswagen ein. Da hast du dann überhaupt keine Fenster mehr, die beim Fotografieren stören. Schau mal hier: https://www.rhb.ch/de/erlebniswelt-bahn/erlebnisfahrten/offene-aussichtswagen Ich könnte mir vorstellen, dass dir das gefallen würde.

    1. Thomas

      Wir waren im Sommer unterwegs. Das mit dem offenen Wagen ist natürlich ein ganz besonderes Highlight. Ich nehme das in den Bericht mit auf. Danke für den Tipp.

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