Ich habe zwei Tage in dieser “Città Bianca”, der Weißen Stadt, verbracht, bin durch ihre labyrinthartigen Gassen gestreift und unzählige Fotos geschossen, die es einfach nicht schaffen, die wahre Magie dieses Ortes einzufangen. In meinem Beitrag nehme ich dich mit auf meinen Streifzug. Dabei lernst du die Sehenswürdigkeiten in Ostuni kennen, die du dir unbedingt ansehen musst. Dazu gebe ich dir Tipps für deinen Besuch von Ostuni.

Warum du Ostuni besuchen sollst
Ostuni liegt in der Provinz Brindisi, nur wenige Kilometer von der Adriaküste entfernt, und thront auf einem 218 Meter hohen Vorgebirge über der Landschaft. Was die Stadt so besonders macht: Sie erstreckt sich über insgesamt drei Hügel, sodass ein Spaziergang durch die Altstadt zu einem ständigen, gemütlichen Auf und Ab wird
Und dann ist da natürlich diese Farbe. Fast alle Fassaden der Altstadt sind weiß gekalkt – ein Anblick, der unter der apulischen Sonne fast unwirklich leuchtet. Übrigens hat das nicht nur ästhetische Gründe: Die charakteristische weiße Farbe der Häuser reflektiert das Sonnenlicht und hält die Gebäude im Sommer angenehm kühl. Klug und schön zugleich – genau das ist Apulien für mich.


Sehenswürdigkeiten in Ostuni, die du dir nicht entgehen lassen darfst
Die weißen Häuser als solches sind bereits eine Sehenswürdigkeit in Ostuni. Jedoch gibt es weitere Sehenswürdigkeiten in dieser bezaubernden Stadt. Von der Kathedrale bis zu den verwinkelten Gassen: Diese Ostuni Sehenswürdigkeiten solltest du auf keinen Fall verpassen.
Der Postkarten-Ausblick am Corso Vittorio Emanuele II
Bevor du einen Fuß in die Altstadt setzt, solltest du dir diesen Moment gönnen: den berühmten Panoramablick auf Ostuni von außerhalb der Stadtmauern. Der beste Aussichtspunkt liegt entlang der Straße Corso Vittorio Emanuele II, an einer kleinen Terrasse namens Piazzetta Martiri delle Foibe. Von hier siehst du die Stadt, als das, was sie ist: ein leuchtend weißer Organismus, der sich den Hügel hinaufzieht.

Für mich ist es einer der schönsten Fotospot der gesamten Reise durch Apulien. Vom Corso Vittorio Emanuele II hast du vor allem schönes Licht am Morgen auf die weiße Stadt Ostuni. Aber auch am Abend solltest du von hier einmal auf die Altstadt blicken. Von der Straße gibt es einige Möglichkeiten mit Wegen nach unten. Dort findest du weitere Möglichkeiten.

Piazza della Libertà – das Herz der Stadt
Am besten startest du deinen Rundgang am Piazza della Libertá. Das Rathaus am Piazza della Libertá und die Oronzo-Säule zählen zu den Sehenswürdigkeiten in Ostuni.

Die Piazza della Libertà markiert die Trennlinie zwischen Neustadt und Altstadt und wird dominiert vom Palazzo Municipale, dem Rathaus, das ursprünglich ein altes Franziskanerkloster war und im 19. Jahrhundert im neoklassizistischen Stil zum Rathaus umgebaut wurde. Direkt daneben erhebt sich die imposante Oronzo-Säule, die dem Stadtpatron gewidmet ist.

Rundherum reihen sich Cafés und Bars aneinander – der perfekte Ort für einen Espresso, bevor du dich in die Gassen stürzt.
Die Kathedrale Santa Maria Assunta – das architektonische Highlight
Am höchsten Punkt der Stadt wartet die eigentliche Krönung: die Concattedrale von Ostuni. Der Bau wurde 1435 begonnen und zwischen 1470 und 1495 vollendet. Ihre dreiteilige spätgotische Fassade fasziniert mich noch heute, wenn ich an sie zurückdenke – vor allem wegen der prunkvollen Fensterrose, die als zweitgrößte Rosette Europas gilt. Die Kathedrale verbindet auf beeindruckende Weise Elemente der Romanik, Gotik und venezianischen Baukunst.
Steh einfach eine Weile davor und lass die Details wirken – die kunstvollen Portale, die filigranen Steinmetzarbeiten. Das ist kein Ort, den man im Vorbeigehen abhakt.
Arco Scoppa – die fotogenste Brücke der Stadt
Direkt neben der Kathedrale verbindet dieser alte Steinbogen den Bischofspalast mit dem Palazzo del Seminario. Ursprünglich war die Verbindung aus Holz, wurde später aber in Stein ausgeführt, um sie dauerhaft zu schützen – vier große Bogenfenster zieren die Brücke und machen sie zu einem echten Prachtstück.

Für mich einer der schönsten, weil unerwartetsten Fotomomente in Ostuni. Unter dem Bogen liegt zudem ein kleines Café, in dem sich eine Pause perfekt anbietet.
Die verwinkelten Gassen der Altstadt
Die eigentliche Sehenswürdigkeit von Ostuni sind gar nicht die einzelnen Bauwerke – es ist das Labyrinth selbst. Das Gassengewirr wurde einst bewusst so verwinkelt angelegt, um eindringende Truppen zu verwirren, heute schafft es aber vor allem ein charmantes Erlebnis, sich in den weißen, gewundenen Straßen zu verlieren. Nur eine Straße, die Via Cattedrale, führt geradewegs zum Gipfel; alle anderen enden in Sackgassen oder engen, steilen Treppen. Genau das macht das Schlendern hier so besonders: gotische Portale, barockene Balkone, kunstvolle Innenhöfe und immer wieder Kakteen und blühende Töpfe, die die weißen Wände schmücken. Nimm dir Zeit, verlauf dich bewusst – hier warten die schönsten, unerwarteten Fotomotive.






Die Gassen haben auch ihren Reiz bei Nacht.





Kirche San Vito Martire & die Mumie
Ein weniger bekannter, aber faszinierender Stopp ist die Kirche Santa Vito Martire, die für ihre kuriose Geschichte um eine jahrhundertealte Mumie bekannt ist. Ein Muss für alle, die abseits der Hauptattraktionen ein Stück ungewöhnlicher Stadtgeschichte erleben wollen.
Museo di Civiltà Preclassica della Murgia Meridionale
Falls du dich für die Frühgeschichte der Region interessierst, solltest du diesem kleinen Museum einen Besuch abstatten. Hier trifft man unter anderem auf Funde aus der Region rund um die Vor- und Frühgeschichte Apuliens – ein spannender Kontrast zur mittelalterlichen Pracht der Altstadt und eine der weniger bekannten Ostuni Sehenswürdigkeiten.
Kulinarik: Warum Ostuni auch deinen Gaumen verzaubert
Apulien gilt zurecht als eine der besten Küchenregionen Italiens, und Ostuni ist dabei keine Ausnahme. <cite index=”10-1″>Die apulische Küche ist berühmt für ihre Einfachheit und die außergewöhnliche Qualität ihrer Zutaten</cite>. Das solltest du unbedingt probieren:
- Bombette – gefüllte Fleischröllchen, eine echte lokale Spezialität, die traditionell beim Metzger gekauft und erst im Restaurant zubereitet werden.
- Fave e Cicoria – ein cremiges Saubohnenpüree mit Zichorie. Der Legende nach soll dieses Gericht <cite index=”2-1″>seinen Ursprung genau hier in Ostuni haben</cite>.
- Frische Meeresfrüchte – von gegrilltem Oktopus bis zu rohem Seeigel ist an der nahen Adriaküste alles vertreten.
- Olivenöl “Oro Verde” – das grüne Gold Apuliens. In der Umgebung gibt es alte Ölmühlen, teils bis in die vorrömische Zeit zurückreichend, die du im Rahmen einer Verkostung besuchen kannst.
- Primitivo & Verdeca – die Weine der Region, allen voran aus dem nahen Valle d’Itria, sind ein perfekter Begleiter zum Abendessen auf einer der vielen Dachterrassen.
Mein Tipp: Setz dich abends nicht in das erste Restaurant an der Piazza, sondern lauf ein paar Gassen weiter in die Altstadt hinein. Dort findest du die kleinen, urigen Trattorien mit handgeschriebenen Speisekarten – dort schmeckt Apulien am authentischsten. Die Auswahl an Restaurants ist riesig.






Fototipps: So gelingen dir die schönsten Aufnahmen
Ostuni ist ein wahres Fotoparadies, aber ein paar Kniffe machen den Unterschied:
- Goldene Stunde nutzen: Morgens früh oder kurz vor Sonnenuntergang taucht das Licht die weißen Fassaden in ein warmes Rosé – tagsüber wirkt das grelle Weiß dagegen schnell überbelichtet.
- Der Weitwinkel-Blick von außen: Der Aussichtspunkt an der Piazzetta Martiri delle Foibe liefert das klassische Postkartenmotiv der gesamten Stadt.
- Details statt nur Postkartenmotive: Achte auf die kleinen Details in den Gassen – bunte Topfpflanzen, blaue oder grüne Türen (die berühmte “Porta Blu”), schmiedeeiserne Balkone und in Stein gehauene Treppenstufen.
- Frühmorgens fotografieren: Vor 9 Uhr sind die Gassen fast menschenleer – perfekt, um die Architektur ganz ohne Menschenmassen einzufangen.
- Kontraste suchen: Weißer Kalkstein, tiefblauer Himmel und das satte Grün der Olivenbäume – dieser Dreiklang ist Apuliens fotografische Signatur.
Bei deiner Tour durch die Altstadt von Ostuni wirst du neben den Sehenswürdigkeiten auch immer wieder auf Katzen treffen, welche ein schönes Motiv sein können.

Übernachten in Ostuni: Die besten Möglichkeiten
Für die Übernachtung in Ostuni gibt es im Grunde drei sehr unterschiedliche Lagen – und jede davon bringt ein eigenes Reiseerlebnis mit sich.
Mitten in der Altstadt (Centro Storico): Meine persönliche Empfehlung, wenn du das Flair der Weißen Stadt voll auskosten willst. Du wohnst direkt in den verwinkelten Gassen, oft in historischen Palazzi mit dicken Steinmauern, kleinen Innenhöfen und Dachterrassen mit Panoramablick. Der Nachteil: Koffer schleppen über Kopfsteinpflaster und teils enge Zimmer, da die Gebäude historisch gewachsen sind. Ideal für zwei bis vier Nächte, wenn du alles zu Fuß erkunden möchtest.
Auf einer Masseria im Umland: Die typisch apulische Alternative – ehemalige Bauernhöfe zwischen Olivenhainen, oft mit Pool, eigenem Restaurant und viel Ruhe. Perfekt, wenn du ein Auto hast und Ostuni eher als Ausgangspunkt für Tagesausflüge ins Valle d’Itria oder an die Strände nutzen möchtest. Hier findest du auch die typisch apulischen Trulli als Unterkunftsform.
Marina di Ostuni (an der Küste): Wer den Strand direkt vor der Tür haben will, wohnt unten am Meer, rund acht Kilometer von der Altstadt entfernt. Praktisch für Badeurlaub, allerdings musst du für jeden Altstadt-Besuch fahren. Und dabei musst du auch noch einen Parkplatz finden.
Wir hatten eine sehr schöne Ferienwohnung direkt vor den Füßen der Altstadt. Von der Dachterrasse hatten wir einen schönen Blick auf die Altstadt von Ostuni. In unseren Augen ein gelungener Kompromiss zur Altstadt.
Wir haben uns für die Ferienwohnung Casa Bella – con TERRAZZA PANORAMICA entschieden. Die Lage und die Dachterrasse haben uns überzeugt. Die Ferienwohnung kannst du direkt bei booking.com buchen*.



Weitere Hotels und Ferienwohnungen für deinen Aufenthalt:
Praktische Tipps für deinen Besuch bei den Ostuni Sehenswürdigkeiten
Anreise & Fortbewegung: Die Altstadt selbst ist autofrei und lässt sich am besten zu Fuß erkunden. Für Ausflüge ins Umland – etwa ins nahe Valle d’Itria mit Alberobello und Locorotondo – ist ein Mietwagen praktisch, aber nicht zwingend nötig, da auch Busse die Region verbinden.
Beste Reisezeit: Ostuni lässt sich das ganze Jahr über besuchen, besonders viele Gäste kommen jedoch im August. Wer es ruhiger mag, plant seinen Besuch für den Vor- oder Nachsommer (Mai/Juni oder September) – dann ist es angenehmer warm und deutlich weniger überlaufen. Wir waren Ende Oktober unterwegs und konnten viel Sonne genießen. Tagsüber war es warm. Nur am Abend wurde es kühler.
Alternative Fortbewegung: Für einen entspannten Überblick bieten sich kleine Tuktuk-Touren durch die Gassen an – charmant, wenn auch touristisch, und eine gute Option bei Mobilitätseinschränkungen.
Strand nicht vergessen: Zur Gemeinde Ostuni gehört auch der Badeort Marina di Ostuni mit einem rund zwanzig Kilometer langen Strand, der sowohl Sand- als auch Felsenabschnitte bietet – ideal, um nach dem Sightseeing noch ins türkise Adriawasser zu springen.


Feste & Veranstaltungen: Wenn du Ende August da bist, erlebst du die Cavalcata di Sant’Oronzo, das große Stadtfest zu Ehren des Schutzpatrons – mit geschmückten Gassen, Musik und Feuerwerk. Ein unvergessliches Erlebnis, wenn du Trubel magst.
Tagesausflüge ab Ostuni: Die Stadt eignet sich hervorragend als Basis für Ausflüge ins Valle d’Itria – allen voran nach Alberobello mit seinen berühmten Trulli und ins bezaubernde Locorotondo. Ebenso lohnend sind Polignano a Mare und Monopoli.
Mein Fazit: Warum die Ostuni Sehenswürdigkeiten auf jede Bucketlist gehören
Ostuni ist einer dieser Orte, die sich in Bildern schwer einfangen lassen. Du musst selbst durch die schmalen, weißen Gassen laufen, den Duft von frischem Brot und Olivenöl in der Nase haben und dich an einem lauen Abend mit einem Glas Primitivo auf eine Dachterrasse setzen, um zu verstehen, warum diese Stadt Menschen aus aller Welt verzaubert. Ob als Tagesausflug oder als Homebase für deine gesamte Apulien-Reise – die Ostuni Sehenswürdigkeiten gehören auf jede Bucketlist für Süditalien. Ich empfehle dir zwei Übernachtungen, um in Ruhe die Altstadt sowie die Umgebung zu erkunden.
Unser Roadtrip durch Apulien und Basilikata
Gallipoli ist ein Stopp bei unserem Roadtrip durch Apulien mit einem Abstecher in die Basilikata. Unsere Stationen:
Gravina in Puglia – Matera – Gallipoli – Grotta della Poesia – Lecce – Ostuni – Locorotondo – Alberolbello – Monopli – Polignano a Mare – Bari
Warst du schon einmal in Ostuni? Was hat dich an der Weißen Stadt am meisten fasziniert? Schreib mir gern in den Kommentaren!
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